Medizinische Hypnose
Bereits im antiken Griechenland und Ägypten wurde Hypnose nicht nur zu hellseherischen Zwecken, sondern auch als Heilmethode eingesetzt. Heute wird die Hypnosetherapie in den verschiedensten medizinischen Bereichen angewendet. Besonders in der Psychotherapie und bei psychosomatischen Störungen kommt sie zum Einsatz, aber auch bei Operationen, der Geburtshilfe und in der Zahnmedizin.
Warum Hypnosetherapie?
Viele Menschen leiden an Krankheiten, für die keine organischen Ursachen gefunden werden können. Diese Leiden sind meist psychisch bedingt, sie beruhen nicht selten auf traumatischen Erlebnissen, oft aus der Kindheit, die der Patient komplett aus seinem Bewusstsein verdrängt hat. Der Hypnosetherapeut kann die körperlichen Beschwerden lindern und in vielen Fällen sogar heilen, indem er während der Hypnose positiv auf die Psyche des Patienten einwirkt. Traumatische Erlebnisse kann der Therapeut während der Hypnosesitzung durch direkte Befragung aus dem Unterbewusstsein des Patienten hervorholen. Dadurch wird die psychische Ursache für körperliches Leiden bekannt und kann therapiert werden. Hypnosetherapeuten kommen auch oft bei Operationen zum Einsatz, besonders in der Zahnmedizin. Hiervon profitieren besonders Angstpatienten, denn unter Hypnose wird das Schmerzempfinden gedämpft oder sogar abgeschaltet. Eine Operation kann auf diese Weise ohne Betäubung und Schmerzmittel durchgeführt werden.
Was passiert bei einer Hypnosesitzung?
Viele Menschen scheuen sich vor einer Hypnosetherapie, weil sie glauben, sie würden sich während der Sitzungen in die völlige Abhängigkeit des Therapeuthen begeben. Diese Ängste sind jedoch unbegründet. Der Therapeut bespricht mit dem Patienten im Vorfeld den genauen Ablauf der Hypnosesitzung. Der Hypnotisierte wird in einen Zustand zwischen Schlaf und Wachen versetzt, er ist tief entspannt und verliert das Zeitgefühl. Seine Aufmerksamkeit verändert sich vorübergehend, sie wird auf die Stimme des Therapeuten gelenkt, während andere Umweltwahrnehmungen in den Hintergrund gedrängt werden. Lässt sich der Patient nicht auf den Therapeuten ein, kann kein hypnotischer Zustand hervorgerufen werden. Auch kann der Patient diesen Zustand jederzeit selbst beenden. In Deutschland dürfen nur Menschen mit medizinischer Ausbildung, wie Ärzte und Heilpraktiker, medizinische Hypnosen durchführen – der Patient befindet sich also immer in der Obhut von Fachleuten.